Mittwoch, Mai 22, 2024

Unsere Fische

Regelungen, die die Rechte und Verpflichtungen in Bezug auf die Fischerei in Nordrhein Westfalen gelten, sind im Landesfischereigesetz (LFischG) geregelt. Regelungen, die den Schutz der Fische zum Ziel haben, sind in der Landesfischereiordnung (LFischVO) festgeschrieben. Das LFischG hat mehr als 60, die LFischVO 25 Paragrafen.

Daneben gibt es für die Vorstände der Vereine noch verschiedene andere Vorschriften und Erlasse zu beachten: z.B.  Bewertung und zulässige Anglerzahl von Fischgewässern,  Richtlinien über die Gewährung von Zuwendungen aus Mitteln der Fischereiabgabe, Verordnung mit Maßnahmen zur Wiederauffüllung des Bestandes des Europäischen Aales, Verfahren bei Verwendung lebender Köderfische, Verwendung des Setzkeschers, Rote Liste der in NRW gefährdeten Pflanzen und Tiere, Erlass über das Vorgehen bei Fischsterben, die Tierseuchenverordnung, das Landschaftsgesetz, den Runderlass über Naturschutz und Landschaftspflege, die Tieschutztransportverordnung und das Tierschutzgesetz.

Liegt das Gewässer in Naturschutz oder Landschaftsschutzgebeiten, sind weitere Vorschriften zu beachten.

Zum Schutz bestimmter Fische hat der Gesetzgeber sowohl Fangbeschränkungen (gangjährige oder befristetetete Schonzeiten) und Mindestmaße für bestimmte Fische festgelegt. Fische dürfen also nur außerhalb der Schonzeiten und nur dann dem Gewässer entnommen werden, wenn sie das gesetzliche Mindesmaß überschritten haben.

 

Der Angelsportverein Eyller-See ist alleiniger Inhaber des Fischereirechtes nach § 3 Landesfischereigesetz. Das Fischereirecht gibt die Befugnis, in dem Gewässer Fische, Neunaugen, zehnfüßige Krebse und Muscheln zu hegen, zu fangen und sich anzueignen.

Das Landesfischereigesetz hat in § 3, Abs. 2 die Inhaber des Fischereirechtes gleichzeitig verpflichtet, einen der Größe und Beschaffenheit des Gewässers entsprechenden artenreichen heimischen Fischbestand zu erhalten und zu hegen.

 

Der Verein hat im Jahre 2002 von der Möglichkeit Gebrauch gemacht, die vom Rheinischen Fischereiverband (damals noch Landesfischereiverband Nordrhein e.V. Bonn) angebotene Gewässeranalyse durchzuführen. Ziel der Analyse, die sowohl aus Mitteln der Fischereiabgabe als auch aus Mitteln des Fischereiverbandes gefördert wurde, war es u.a., die fischereiliche Ertragsfähigkeit zu ermitteln und Fragen der zukünftigen Bewirtschaftung zu beantworten, um der Hegeverpflichtung des Landesfischereigesetzes nachkommen zu können.

Nach der Analyse befinden sich folgende Fischarten, Krebse und Muscheln im Gewässer:

Aal

Aal (anguilla anguilla)

Der Aal hat einen schlangenförmigen Körper und kann bis zu 150 cm lang werden. Er laicht nur in der Sargossa-See im Atlantik.  Den Tag verbringt er in der Regel bis auf den Kopf eingegraben im Sediment oder zwischen Steinen und Baumwurzeln. Mit Beginn der Dämmerung geht der Aal auf Nahrungssuche. Wir kennen zwei verschiedene Kopfformen bei den Aalen: Breitkopfaale ernähren sich vorwiegend von größeren Beutetieren (Krebse, Fische, Amphibien), Spitzkopfaale überwiegend von wirbellosen Kleintieren.

Schonzeit: nur im Rheinhauptstrom (ohne Nebengewässer) vom 01. Oktober bis 01. März, ansonsten keine; Mindestmaß: 50 cm.  Lebensdauer: > 30 Jahre, wenn er (zum ablaichen) am abwandern gehindert ist, bis 55 Jahre.

 

Flussbarsch

Flußbarsch (perca fluviatilis) 

Der Flußbarsch gehört zu den „Raubfischen“ und kann eine Länge von 50 cm erreichen. In der ersten Rückenflosse befinden sich 13-17 Stachelstrahlen. Barsche fressen Wirbellose, Fischlaich und -brut sowie in höherem Alter vorwiegend Fische, wobei er auch seine eigenen Artgenossen verspeist. Die Laichzeit ist von März bis Juni.

Schonzeit: keine; Mindestmaß: kein. Lebensdauer > 25 Jahre

 

Brassen

Brassen (bramis brama) auch Brachsen, Blei oder Bresen genannt

Der Brassen gehört zu den Friedfischen. Mit seinem rüsselartig vorstülbbarem Maul sucht er im schlammigen Grund nach Würmern, Insektenlarven, Schnecken und Muscheln. Die Laichzeit ist von Mai bis Juli. Die Rogener (weibliche geschlechtsreife Fische) geben 200.000 bis 300.000 klebrige Eier ins Wasser, die an Wasserpflanzen haften. Die Jungfische schlüpfen nach 1-2 Wochen. Brassen können bis 60 cm lang und 3 kg schwer werden.

Schonzeit: keine; Mindestmaß: kein. Lebensdauer > 20 Jahre

 

Regenbogenforelle

Regenbogenforelle (oncorhynchus mykiss) 

Die Regenfogenforelle stammt ursprünglich aus dem Westen Nordamerikas (Kalifornien) und wurde  1882 nach Deutschland eingeführt. Sie ernährt sich von Kleinkrebsen, Insektenlarven, flugfähigen Insekten und Fischen. Sie ist ein begehrter Speisefisch und kann eine Länge bis 70 cm erreichen.

Schonzeit: keine in stehenden Gewässern; Mindestmaß: kein. Lebensdauer  ~ 10 Jahre.

 

 

Hecht

Hecht (Esox lucius)

Der Hecht ist ein Lauerjäger. Aus Unterständen heraus schnellt er ruckartig hervor, wenn Beute in seine Reichweite kommt. Seine Beute besteht aus Fischen, Amphibien und gelegentlich auch aus Wasservögeln, was bei einer (möglichen) Länge von 150 cm und 35 kg Gewicht nicht verwunderlich ist. Die Laichzeit des Hechtes ist im Frühjahr, von Februar bis Mai. Die klebrigen Eier werden an die Vegetation geheftet. Die Jungtiere ernähren sich die ersten Tage von ihrem Dottersack. Die meist kleineren Männchen werden nach zwei, die Weibchen nach drei Jahren geschlechtsreif.

Bei  allen Fischen werden übrigens geschlechtsreife Männchen als Milchner, geschlechtsreife weibliche Fische als Rogener bezeichnet.

Schonzeit: 15.02. – 30.04.; Mindestmaß: 45 cm. Lebensdauer angeblich > 65 Jahre.

 

 

Karpfen

Karpfen (Cyprinus carpio) 

die Abbildung zeigt einen Wildkarpfen

Karpfen bevorzugen warme, stehende oder langsam fließende Gewässer mit Pflanzenwuchs und weichem Bodengrund. Die Wildform des Karpfens (Schuppenkarpfen) war ursprünglich in Vorderasien beheimatet. Der Wildkarpfen in seiner Stammform hat einen langgestreckten, seitlich abgeflachten Körper. Im Mittelalter erlangte er als Speisefisch große Bedeutung. Durch Züchtung entstanden entsprechend der Ausbildung des Schuppenkleides Leder- und Spiegelkarpfen, die einen hochrückigen Körper haben. Karpfen haben 4 Bartfäden. Sie ernähren sich von Würmern, Muscheln, Schnecken, Insektenlarven und Kleinkrebsen, die sie vom Gewässergrund aufnehmen. Die Laichzeit ist von Mai bis Juli.  Die Karpfen laichen bei einer Wassertempratur von 18-20 °C. Karpfen können Maximalgrößen von 120 cm und ein Gewicht von 30 kg erreichen.

Schonzeit: keine; Mindestmaß 35 cm. Lebensalter: selten über 40 Jahre.

 

Karausche

Karausche (Carassius carassius) 

Die Karausche ist eine äußerst genügsame und robuste Fischart. Sie gehört zur Familie der karpfenartigen Fische (Cypriniden). Ihr Lebensraum zeichnet sich durch dichte Pflanzenbestände und schlammigen Grund aus. Sie kann auch bei geringen Sauerstoffkonzentrationen überleben. Über den Winter verfällt sie in eine Art „Winterstarre“. Karauschen ernähren sich von Kleintieren aller Art wie z.B. Zuckermückenlarven, Wasserflöhen, Würmern, Schnecken und Muscheln. Zum Laichen benötigen sie eine Wassertemperatur von 14° C. Die Weibchen heften die Eier an Wasserpflanzen, wo sie sich innerhalb weniger Tagen entwickeln. Nach 3 bis 4 Jahren werden die Karauschen geschlechtsreif. Die mittlere Größe liegt bei 20 bis 35 cm. Eine Länge von 50 cm und ein Gewicht von mehr als 3 kg sind bei gutem Nahrungsangebot möglich.
In NRW gilt die Karausche als stark gefährdete Art.

Schonzeit: keine, Mindestmaß: keines. Lebensdauer  25 Jahre.

 

Rotauge

Rotauge (rutilus rutilus)

Ihren Namen hat das Rotauge, weil die Augen rot pigmentiert sind. Das Rotauge ist eine äußerst anpassungsfähige Fischart. Die Tiere halten sich gern in Ufernähe zwischen Wasserpflanzen auf. Sie schließen sich in großen Schwärmen auch mit anderen Weißfischarten zusammen. Die Ernährung besteht aus kleinen wirbellosen Tieren und Wasserpflanzen. Die Laichzeit ist von April bis Mai.

Unterscheidungsmerkmal zur Rotfeder: das vordere Ende der Rückenflosse ist knapp hinter oder  direkt über der Basis der Bauchflosse. 

Schonzeit: keine; Mindesmaß: kein. Lebendauer: 7 – 12 Jahre.

 

Rotfeder

Rotfeder (scardinius erythrophthalmus)

Auffälliges Merkmal der Rotfeder sind die rötlich schimmernden Bauchflossen, die After- und die Schwanzflosse. Die Nahrung besteht aus höheren Wasserpflanzen und Algen. Daneben werden auch Würmer, Insektenlarven und Schnecken gefressen. Laichzeit ist von April bis Juli.

Unterscheidungsmerkmal zum Rotauge: Das vordere Ende der Rückenflosse steht deutlich hinter dem Ansatz der Bauchflosse.

Schonzeit: keine; Mindestmaß: kein. Lebensdauer: > 20 Jahre.

 

Schleie

Schleie (tinca tinca)

Die dunkelgrün gefärbte Schleie besiedelt bevorzugt stehende Gewässer mit dichten Pflanzenbeständen und schlammigem Grund. Ihre Nahrung suchen Schleien in der Dämmerung. Hauptsächlich fressen sie Schnecken, Muscheln und Insektenlarven, die sie im Gewässergrund mit ihren zwei Bartfäden ertastet. Daneben ernährt sie sich auch von Pflanzen und Pflanzenresten. Die Schleie hat eine kräftige Schleimhaut und sehr kleine Schuppen. Die Laichzeit ist von März bis Mai bei Wassertemperaturen von 19-20° C. Die Eier werden portionsweise an Wasserpflanzen abgelegt und anschließend von den Männchen besamt. Nach 3-5 Tagen schlüpfen die 4-5 mm kleinen Schleien. Sie besitzen Klebedrüsen am Kopf, mit denen sie sich so lange an Wasserpflanzen anheften, bis sie frei schwimmen können.

Schonzeit: keine; Mindestmaß 25 cm. Lebensdauer ~ 20 Jahre – 25 Jahre

 

Zander

Zander (stizostedion lucioperca)

Der Zander bevorzugt große Flüsse und Seen mit hartem Grund und planktontrübem Wasser. Er ist ein Fisch der Freiwasserzone, der sich nur selten in ufernahen Flachwasserbereichen oder in pflanzenreichen Regionen aufhält. Der Zander ist ein dämmerungs- und nachtaktiver Fisch, der sich tagsüber in größeren Wassertiefen versteckt. Er ist ein ausgesprochener Raubfisch, der sich vorwiegend von kleinen Rotaugen und Barschen ernährt. Der Zander laicht zwischen April und Juni bei Wassertempraturen von 12-15 C. In 0,5 bis 3 m Wassertiefe wird eine Art „Nest“ in Form von Laichgruben angelegt. Dort legt der Rogener bis zu 200.000 Eier pro kg Körpergewicht ab. Die vom Milchner besamten Eier werden bis zum schlüpfen der jungen Fische von den Männchen vor Laichräubern bewacht. Zander können eine Länge bis 120 cm und ein Gewicht bis 15 kg erreichen.

Schonzeit: 01.04. bis 31.05.; Mindestmaß: 40 cm. Lebensdauer > 25 Jahre

 

Gründling

Gründling (gobio gobio)

Der Gründling gehört zu den Kleinfischen. Er wird bis 15 cm lang. Gründlinge leben am Gewässergrund. In der Dämmerung suchen sie Nahrung. Diese besteht im Wesentlichen aus Flohkrebsen imd Insektenlarven. Die Beutetiere werden mit den Bartfäden (je ein Bartfaden an beiden Seiten des Oberkiefers), die empfindliche Rezeptoren besitzen, ertastet. Laichzeit ist Mai bis Juni. In der kalten Jahreszeit verfallen sie in eine Art Winterstarre.

Schonzeit: keine; Mindestmaß: kein. Lebensdauer > 8 Jahre

 

 

Europäischer Flusskrebs

Europäischer Flußkrebs (stacus astacus)

Der  Europäische Flußkrebs (Edelkrebs) liebt klares, sauerstoffreiches Wasser. Die nachtaktive Art versteckt sich tagsüber zwischen Baumwurzeln und Steinen. Der Krebs nimmt jede erreichbare tierische und pflanzliche Nahrung auf. Das Männschen übergibt von Oktober bis November mit den Begattungsorganen Spermienpakete an das Weibchen. Einige Wochen später werden die Eier hervorgebracht., äußerlich befruchtet und vom Weibchen am Hinterlaib getragen. Erst ab Mai schlüpfen die Jungkrebse, die sich noch bis zur ersten Häutung am Körper der Mutter befinden.

Schonzeit: der Edelkrebs ist ganzjährig geschützt. Der Edelkrebs ist durch den Krebspesterreger (eine Pilzerkrankung) vom Aussterben bedroht. Diese Krankheit wurde  und wird vom eingeschleppten amerikanischen Krebs (Kamberkrebs) übertragen, der sich, weil er anspruchsloser und anpassungsfähiger ist, weiter ausbreitet. Der Kamberkrebs (orconectes limosus) ist nicht geschützt.

Lebensdauer der Krebse: 5 -15 Jahre.

 

Edlekrebs

Im Eyller See gibt es noch den Edelkrebs

Der Krebs wurde beim Arbeitseinsatz am 29.09.2007 entdeckt.

 

Kamberkrebs

Kamberkrebs (Orconectes limosus)

Bei einer Untersuchung, die im August 2016 durchgeführt wurde, wurde festgestellt, dass sich leider auch der Kamberkrebs im Gewässer befindet. Dieser Krebs wurde aus Nordamerka eingeführt und ist Überträger der Krebspest, gegen die er selber immun ist. Wo der Kamberkrebs vorkommt, führt dies zum Verschwinden des heimischen Edelbrebs, Der Kamberkrebs wird ca. 12 cm groß. Er ist überwiegend nachtaktiv, verlässt seine Verstecke aber auch tagsüber. Er nimmt jede tierische und pflanzliche Nahrung auf.

Lebensdauer der Krebse: 5 – 15 Jahre

 

 

Teichmuschel

Große Teichmuschel oder Schwanenmuschel (anadonta cygnea)

Durch die Atemöffnung werden Wasser und Nahrungspartikel in die Muschel eingestrudelt. Organische Schwebstoffe werden über die Kiemen aus dem Wasser gefiltert und dienen der Muschel als Nahrung. Auf diese Weise tragen Muscheln zur Selbstreinigung eines Gewässers bei. Die Filterleistung einer großen Teichmuschel kann bis zu 220 Liter pro Stunde betragen. Die Fortpflanzung der Großmuscheln ist durch das Auftreten eines parasitischen Larvenstadiums gekennzeichnet. Die Muscheleier wachsen in der weiblichen Muschel zur Larve heran. Nach der Embryonenentwicklung werden die Larven (auch Glochidien genannt) von dem Weibchen ausgestoßen und sinken auf den Gewässergrund. Durch Wasserbewegungen, die zum Beispiel von Fischen verursacht werden, werden die Larven aufgewirbelt. Kommen diese mit einem Fisch in Kontakt, setzen sich die Glochidien an dem Fisch fest. Nachdem sich die Larven  am Wirtsfisch zur Jungmuschel entwickelt haben, fallen sie vom Fisch ab.

Auch der Fortbestand der zu den Kleinfischen zählende Bitterling ( der Fisch wird 4 bis 8 cm groß) ist vom Bestand der Großmuscheln abhängig, da diese Fische ihre Eier nur in Muscheln ablegen.

Viele Muschelbestände sind gefährdet. Neben der Beeinträchtigung durch Gewässerverschmutzung ist der aus Nordamerika eingeschleppte Bisam, der sich vor allem im Winter von Muscheln ernährt, eine ernste Bedrohung der Bestände. Durch das vermehrte Auftreten dieser Bisamratten vor einigen Jahren ist der Muschelbestand im Eyller-See derart dezimiert worden, dass nur noch vereinzelt Muscheln  gefunden werden.

Die meisten Muschelarten wie flache Teichmuschel, gemeine Teichmuschel, kleine Teichmuschel, Bach und Malermuschel sind ganzjährig geschont.

Stand: 22.08.2016