fischereilicher Ertrag

In den Jahren 1994-1997 der Eyller-See zur Kiesgewinnung ausgebaggert. Das Gewässer hatte vorher eine durchschnittliche Wassertiefe von rd. 3,50 Metern. Es handelte sich um einen sog. Karpfenteich mit einem fischereilichen Ertrag von rd. 80 Kg pro ha Wasserfläche. Bei 4 ha Größe konnten damals rd. 64 aktive Angler in den Verein aufgenommen werden. Seit  Beendigung der Auskiesung ist das Gewässer teilweise bis zu 12 meter tief.

Im Jahre 2003/2004 wurde auf Antrag des Vereins vom damaligen Landesfischereiverband Nordrhein, jetzt RhFV von 1880 eine Gewässeranalyse durchgeführt. Es sollte herausgefunden werden, wie sich der Ertrag nach Auskiesung verringert hat. Die Schätzung des Ertrages nach dem „Nährtierverfahren“ (Zählung von Schnecken, Muscheln, Wirbellosen, Wasserflöhen, Ruderfußkrebsen, Rädertierchen) lag bei ca. 7 kg pro Jahr und ha. Die Schätzung nach dem „Phosphorverfahren“  wies Erträge zwischen 4 und 13 Kg pro Jahr und ha aus. Nach Hinzurechnung der durch die Angler eingebrachte Futtermenge wurde der fischereiliche Naturzuwachs auf 20 – 30 kg  pro Jahr und ha geschätzt. Da mit Futtermaterial auch Nährstoffe in das Gewässer eingebracht werden, wurde vorgeschlagen, das Anfüttern möglichst zurückhaltend durchzuführen. Daher wurde auch die Futtermenge, die zum Anfüttern (Anlocken) verwendet werden darf, von den Mitgliedern begrenzt. Das Anlocken durch das Einbringen von Futter ist auch nur während des Angelns gestattet.

Es wurde damals auch vorgeschlagen, Struktur verbessernde Maßnahmen durchzuführen. Als Beispiele wurden genannt: Schaffen von flachen Uferzonen, Bepflanzen der Uferregion mit Röhricht, Einbringen von geschlagenen Bäumen, Errichten von schwimmenden Inseln, Setzen von Laichhilfen). Derartige Maßnahmen wurden immer mal wieder in Angriff genommen. Einen Teil der Maßnahmen wurden schon durchgeführt, ein weiterer Teil wird noch erfolgen. So wurden Laichhilfen (Tannenbäume und Totholz) eingebracht, sowie Unterstellmöglichkeiten für die Brut durch Einbringen von Dachpfannen und Steinen geschaffen. Auch wurde eine Schutzzone eingerichtet, in der nicht geangelt werden darf, damit die Fische dort in Ruhe ablaichen können.

Der fischereiliche Ertrag soll erhöht werden, damit wieder mehr Fische reproduziert und somit auch geangelt werden können.

Anfang des Jahres 2019 wird der Rheinische Fischereiverband erneut eine Gewässeranalyse durchführen. Wir sind gespannt, auf welche Werte der fischereilichen Ertrage dann gestiegen ist.

Die Daten sind übrigens wichtig um festzustellen, wie viele Angler ein Gewässer „vertragen“ kann. Die Höchstzahl auszugebenden Jahresfischereierlaubnisscheine (= Höchstzahl der aktiven Angler des Vereins), die in der Regel auch im Pachtvertrag festgeschrieben wird, richtet sich nicht nach den möglichen Angelplätzen sondern nach dem Ertrag eines Gewässers. Nach den“Richtlinien zur Bewertung der Fischgewässer und zur Feststellung der zulässigen Anglerzahl“ wir davon ausgegangen, dass ein Angler im Durchschnitt 5 kg Fisch pro Jahr dem Gewässer entnimmt.

Wird für den Eyller-See ein Ertrag von z.B. 60 Kg pro ha Wasserfläche ermittelt, kann das Gewässer 48 aktive Angler verkraften (60 kg x 4 ha = 240 kg Ertrag : 5 kg Fisch pro Angler = 48 Jahresfischereierlaubnisscheine die ausgegeben werden können, ohne das Gewässer nachhaltig zu schädigen).

Hans-Dieter Hensen

29.01.2019